Rhein-Sieg-Kreis, 19. Juni 2026 – Es gibt erste konkrete Perspektiven für die Verkehrsplanung im Raum Bonn-Rhein-Sieg: Die beschädigten Abschnitte der Nordbrücke werden abgerissen und neu gebaut. Nach aktuellen Planungen soll das Bauwerk bis Ende 2028 fertiggestellt sein, sodass die Brücke für den motorisierten Individualverkehr wieder befahrbar wird. Parallel dazu wird eine temporäre Lösung für Fußgänger und Radfahrende geschaffen, um die Verbindung bereits ab diesem Sommer wieder zu ermöglichen.
Die Entscheidung für einen beschleunigten Ersatzneubau ohne langwieriges Planfeststellungsverfahren verkürzt die Wartezeit erheblich. Das neue Bauwerk wird zunächst zweispurig in jede Richtung ausgeführt und damit die volle Befahrbarkeit der Strecke sicherstellen. Damit wird eine erste, dringende Entlastung für die Pendlerströme im Rhein-Sieg-Kreis und der Stadt Bonn geschaffen. Besonders positiv bewertet wird die kurzfristige Lösung für die nicht-motorisierte Mobilität: Durch eine temporäre Auf- und Abfahrt linksrheinisch wird die Nordbrücke bereits ab diesem Sommer wieder für Radfahrende und Fußgänger nutzbar sein.
Gleichzeitig fordern die Grünen im Rhein-Sieg-Kreis, die Zeit bis zur vollständigen Wiedereröffnung Ende 2028 konsequent zu nutzen. Um den massiven Druck auf die umliegenden Straßen zu mildern, muss der Fokus auf dem Radverkehr und die Bahnanbindungen, insbesondere die Linie 66, gelegt werden. Nur durch die Stärkung klimaschonender Alternativen kann eine dauerhafte Entlastung der Region erreicht werden.
„Wir begrüßen es sehr, dass die Radfahrenden und Fußgänger*innen bereits ab diesem Sommer wieder eine Verbindung erhalten, denn jedes Auto weniger auf der Straße ist eine Entlastung“, erklärt Kreisvorsitzende Maria Koch. „Dies ist nicht nur ein wichtiger Schritt hin zu klimaschonenden Mobilität in unserer Region, sondern vor allem ein pragmatischer Beitrag für eine aktive und breitaufgestellte Mobilität.“
Kreisvorsitzender Moritz Wächter ergänzt: „Dass es nun einen konkreten Zeitplan für den Wiederaufbau bis Ende 2028 gibt, ist eine gute Nachricht für alle Betroffenen. Gleichzeitig müssen wir jetzt massiv auf Rad- und Schienenverkehr zur Entlastung setzen. Wir dürfen die Zeit nicht ungenutzt lassen, sondern müssen die Verkehrswende vor Ort beschleunigen, um die Pendlerinnen und Pendler nachhaltig zu entlasten.“
Die Nordbrücke bleibt für den Autoverkehr bis zur Fertigstellung des Neubaus weiterhin gesperrt. Die Priorität liegt nun auf der zügigen Umsetzung der Bauarbeiten, um die wichtige Verbindung zwischen Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis wiederherzustellen. “So bitter diese Nachricht auch ist: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Statt immer neuer Provisorien und Flicklösungen braucht es jetzt Klarheit und Tempo, damit die Brücke schnellstmöglich dauerhaft und zuverlässig ersetzt wird.”, betont Ingo Steiner, verkehrspolitischer Sprecher und Co-Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN Kreistagsfraktion
